Rouladen

Bevor wir wieder in die Zeit des Kalorienzählens eintreten, wollten wir noch schnell Rouladen machen. Wir haben hier in der Gegend nicht viele gute Fleischquellen. Mit etwas Überredungskunst und Bedacht bekommt man bei Karstadt an der Fleischtheke aber gute, frische Qualität.

Kennen Sie das auch?! Das vorgeschnittene Rouladenfleisch aus der Fleischtheke hat meistens diese unschönen Oxidationsflecken (ich glaube, so hat der Fleischfachverkäufer die genannt). Da dieses Mal bei Karstadt nicht viel los war, habe ich den Verkäufer gebeten, mir die Rouladen frisch vom Stück abzuschneiden, da ich für den Kochblog Fleisch ohne Flecken bräuchte. Er erklärte mir, dass die Flecken durch die Lagerung entstünden (die Fleischfladen drücken sich gegenseitig) und somit quasi unvermeidbar wären. Dennoch entsprach er freundlich meinem Wunsch und ich bekam 6 frisch abgeschnittene Rouladenfladen. Der nette Fleischfachverkäufer gab mir mit auf den Weg, die Scheiben zu Hause sofort auseinanderzuziehen und einzeln zu lagern. Eine gute Empfehlung ... eigentlich ... aber riesen Rouladenflatschen in einem Durchschnittskühlschrank einzeln zu lagern ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Kaum waren wir zu Hause, habe ich sofort die Rouladenfladen besichtigt und tatsächlich hatten sich schon ein paar Druckflecken gebildet. Jedenfalls habe ich dann zwischen die Fladen jeweils Backpapier getan und sie dann eingefroren (es war Freitag und wir wollten die Rouladen am Sonntag machen).

Am Sonntag Abend, nach dem Auftauen, habe ich die schönsten Stücke fotografiert:


Durch das Backpapier zwischen den einzelnen Scheiben und das Einfrieren konnten sich die Lagerflecken nicht weiter ausbreiten und es war eine Freude, die Rouladen so schön frisch und rot zu verarbeiten.



(Die Flecken auf dem Bild stammen vom Pfeffer und sind keine Lagerflecken.)

Vor dem Schmoren der Rouladen bin ich auf die Idee gekommen, zerkleinerte Tomaten in den Bräter mit zu tun, fragen Sie mich nicht, weshalb. Daher kommt auch die Röte:


Die frisch vom Stück abgeschnittenen Rouladen brauchten gar nicht so lange zum Garen. Ich habe sie etwa 1 Stunde und 15 Minuten geschmort, bevor ich damit begonnen habe, die Soße zu pürieren und abzuschmecken. Währenddessen blieben die Rouladen einfach im Bräter, damit sie noch ein bisschen ziehen können.

Die Soße ist durch die Tomaten sehr sämig geworden, kam daher aber auch ganz ohne Andicken aus. Weder ist sie mit Mehl noch mit Speisestärke in Berührung gekommen:


Den Fleischfachverkäufer zu überreden, die Rouladen frisch vom Stück zu schneiden, hat sich gelohnt. Wir haben noch nie Rouladen gegessen, die so frisch und aromatisch geschmeckt haben. Zart waren sie auch und das trotz relativ geringer Kochzeit. Die Soße war durch die pürierten Tomaten ungewöhnlich sämig, ansonsten haben sich die Tomaten gut geschmacklich eingebunden.

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